FAQ -  KTM Duke II

- Was ist das   EPC   und wie funktioniert es ?
- Was ist das   SLS   und wie funktioniert es ?
- Der Ölwechsel    -   wann und wie ?
Wechsel der Kupplungslamellen   -   wann und wie ?
Kupplungsausrückung  -  einstellen ?
Ich hab das " Bypaßventil" rausgeschraubt  -  was nun ?
Ventile einstellen  -  wann und wie ?
Bremsflüssigkeit DOT 4 oder  DOT 5.1 ?


Das Electronic Power System ( EPC )
Hauptbestandteile des EPC-Systems :
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– Gleichdruckvergaser (MIKUNI BST 40)
– EPC-Steuergerät
– Magnetventil
– 2 Kontaktschrauben am Motor
– Mikroschalter am Gleichdruckvergaser
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FUNKTIONSWEISE:
Im normalen Fahrtbetrieb ist das EPC-System außer Funktion.
Wenn im zweiten oder dritten Gang bei einer Geschwindigkeit von 45 - 55 km/h der Gasgriff 
voll aufgedreht wird, aktiviert sich das EPC-System. Das EPC-Steuergerät öffnet dabei das 
Magnetventil, wodurch eine dosierte Menge Frischluft auf die Oberseite der Schiebermembrane 
des Gleichdruckvergasers gelangt. Dadurch wird die Öffnungsgeschwindigkeit des Schiebers 
reduziert. Dies bewirkt eine Senkung der Betriebsgeräusche des Motorrades.

 


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Das Sekundär - Luftsystem ( SLS )
Funktionsweise des Sekundär-Luftsystems (SLS)
Die heißen Auspuffgase durchströmen den Auslaßkanal (1) bei geöffnetem Auslaßventil mit 
hoher Geschwindigkeit. Bedingt durch die Strömungsverhältnisse im Auslaßkanal, sowie 
dem Einfluß des gesamten Auspuffsystems auf die ausströmenden Gase kommt es zum 
zeitlich begrenzten Druckabfall im Auslaßkanal (Unterdruck).

Während dieser zyklischen Unterdruckphasen öffnet das Sekundär-Luft-Ventil (2), wodurch 
über die Leitung (3) den heißen Auspuffgasen, Luftsauerstoff zugeführt wird.
Das Sekundär-Luft-Ventil unterbricht bei höheren Drehzahlen die Luftsauerstoff-Zufuhr, 
um ein Überhitzen des Katalysators zu verhindern. Außerdem unterbindet das 
Sekundär-Luft-Ventil ein Rückströmen der Auspuffgase in den Luftfilterkasten (4).

Das Steuerventil (ASV) (5) unterbricht im Schiebebetrieb (hoher Unterdruck im Ansaugkanal) 
die Luftzufuhr in den Auspuffkanal, um ein mögliches Auspuffknallen zu verhindern.

Gesteuert wird das Steuerventil über eine Steuerleitung (6). Diese Steuerleitung überträgt den 
Unterdruck vom Ansaugkanal (7) auf das Steuerventil.
Im Normalbetrieb ist das Steuerventil geöffnet (geringer Unterdruck im Ansaugkanal).

Die Reaktion des Luftsauerstoffes mit den Schadstoffanteilen der Abgase 
(CO - Kohlenmonoxid und HC - Kohlenwasserstoff), führt zu einer 
Schadstoffreduzierung von ca. 50%. Der Einsatz eines Katalysators führt in Verbindung 
mit dem SLS zu einer weiteren drastischen Schadstoffabsenkung.

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Der Ölwechsel - wann und wie
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Wann muß man das Öl wechseln ?
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Die Wechselintervalle stehen in der Bedienungsanleitung. 
Ich beziehe mich hier auf das Baujahr 2000 DK II

aller 5000 km oder einmal im Jahr

Ich wechsel mein Öl im Frühjahr dann hat der Motor zum Saisonbeginn gleich frisches Öl zur Verfügung.

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Wie wechselt man das Öl ?
- Motor warm fahren
- Motorrad gerade abstellen
- Ölablaßschrauben (1) und (2) lösen und
   Motor ausbluten lassen (am besten über Nacht)
- Magnete vom Metallabrieb befreien
- Schraube (1) mit 30 Nm und Schraube (2) mit 20 Nm festziehen
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- Abdeckung des Schraubfilters entfernen
- Ablaßschraube (4) lösen und Brustrohr leer laufen lassen
- Schraubfilter (3) entfernen
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Ab Modell 2001 befindet sich die Ablaßschraube (7) für das Rahmenöl am Ölfilterflansch und ist erst zugänglich nachdem der Schraubfilter abgeschraubt wurde.
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- Dichtfläche (5) reinigen
- Schraubfilter mit neuem Öl füllen und Gummidichtung (6) einölen
- Schraubfilter mit bloßer Hand festziehen
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- Hohlschraube (1) & Schrauben (2) entfernen
- Ölfilterdeckel (3) abnehmen und Ölfilter entfernen
- alle Teile inkl. Filtergehäuse reinigen
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- neuen O-Ring (4) einölen und in den Deckel drücken
- neuer Ölfilter (5) in den Deckel stecken und gemeinsam montieren
- Schrauben (2) mit 5 Nm festziehen
- Hohlschraube (1) mit 15 Nm festziehen

Ab Modell 2001 wird Dichtung (6) verwendet
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1,40 Liter Öl in den Motor füllen
1,50 Liter Öl ab Baujahr 2003

Ich benutzte grundsätzlich:

Shell Advance VSX 4 Stroke 10W - 40
( neue Bezeichnung Shell Advance VSX 4 T 10W - 40 )
entspricht der API SG und JASO T903 MA Norm

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- Verschlußschraube (7) entfernen und mit einer Spritze 0,60 Liter Öl 
   einfüllen bis an der Bohrung (B) Öl austritt
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Motor warm laufen lassen und Verschlußschraube (7) nochmal lösen bis keine Luft mehr kommt.
Ca.10 km vorsichtig fahren, Duke abstellen (waagrecht) und Ölstand mit Ölmeßstab prüfen.
Ölstand darf die MAX - Markierung nicht überschreiten, da sonst Motoröl über die Motorentlüftung in den Luftfilterkasten gelangt und vom Motor angesaugt wird.

Ölsystem und Motor auf Dichtheit prüfen ..............Fertig

 

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Wechsel der Kupplungslamellen   -   wann und wie?
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Wann müssen die Kupplungslamellen gewechselt werden ?

Die Lamellen sollten eine Minteststärke von 2,50 mm aufweisen, alles was darunter liegt sollte getauscht werden.

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Wie wechselt man die Lamellen ?
 
Erste Möglichkeit :
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Man wechselt die Lamellen im Rahmen eines Ölwechsels. 
Vorteil, die Duke steht.
Zweite Möglichkeit: 
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Man legt die Duke auf die rechte Seite und schraubt dann 
den Kupplungsdeckel ab. Der Vorteil hier man kann das 
Öl im Motor lassen.
- Die 11 Schrauben entfernen und Kupplungsdeckel mit
  Dichtung abnehmen.
- Achtung: Schrauben haben unterschiedliche Längen,
   nicht vertauschen
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  Kupplung zerlegen:

- Die Schrauben (2) kreuzweise lösen, damit sich die
   Kupplungslamellen beim Entspannen der Kupplungsfedern
   nicht verklemmen.
- Schrauben, Federteller und Kupplungsfedern abnehmen.
- Druckkappe mit Druckstange entfernen.
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- Lamellenpaket herausnehmen
- Den O-Ring (3) kann im Mitnehmer bleiben
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  Kupplungslamellen montieren:

- Die neu ausgedrehte Belaglamelle (2) (Innendurchmesser: 127 mm)
  einölen und so montieren, daß der O-Ring (1) außen von der 
  Belaglamelle umschlossen wird.
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- Alle Kupplungslamellen sorgfältig einölen.
- Abwechselnd 1 Stahllamelle und eine Belaglamelle montieren.
- Den Abschluß bildet eine Belaglamelle.
- Die Stahllamellen mit der scharfen Kante nach unten montieren
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- Das Ende der Druckstange mit Fett bestreichen und Druckkappe
   samt Druckstange montieren.
- Beim Montieren der Druckkappe ist darauf zu achten, daß sich die 
   Bohrung (A) in der Druckkappe, 
   mit der Nase (B) am Mitnehmer deckt.
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- Kupplungsfedern in die Druckkappe einlegen und Schrauben (2)
   mit Federtellern montieren.
- Schrauben nur mit 6 Nm über Kreuz festziehen, da sonst die 
  Gewinde im Mitnehmer beschädigt werden.
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- Kupplungsdeckel wieder aufsetzen und die Schrauben 
   über Kreuz mit 10 Nm festziehen. ....................... Fertig
 


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Kupplungsausrückung  -  einstellen ?
-  Ausrückwelle im Uhrzeigersinn auf Anschlag drehen.
-  Der stirnseitige Schlitz an der Ausrückwelle sollte nun parallel zur
   Gehäusedichtfläche verlaufen.
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-  den Splint (2) entfernen und die Druckstange (3) mit einem 
    Schraubendreher entsprechend verdrehen.
-   nach dem Einstellen wieder mit einem Splint (3) sichern.

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Ich hab das " Bypaßventil" rausgeschraubt  -  was nun ?
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Das ist eigentlich nicht so schlimm, wenn Ventilkolben und
Druckfeder mit raus kommen !

Bei der Gelegenheit kann man gleich Ventilkolben, Dichtsitz und 
Druckfeder auf  Beschädigungen prüfen.
Die Mindestlänge der Druckfeder (10) sollte 23,5 mm betragen, 
liegt die Länge der Druckfeder unter  23,5 mm verringert sich der 
Öffnungsdruck des Bypaßventils. Dies kann zur Verminderung des 
Öldrucks und  zu erhöhtem Verschleiß führen.
 

 


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Ventile einstellen  -  wann und wie ?
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Diese Ventilspiel Angaben gelten nur für den LC4 Motor:

Ventilspiel 400 ccm : Einlass 0,20 mm / Auslass 0,20 mm
Ventilspiel 540 ccm : Einlass 0,15 mm / Auslass 0,15 mm
Ventilspiel 620 ccm : Einlass 0,15 mm / Auslass 0,15 mm
Ventilspiel 640 ccm : Einlass 0,15 mm / Auslass 0,15 mm
Ventilspiel 625 ccm : Einlass 0,15 mm / Auslass 0,15 mm
Ventilspiel 660 ccm : Einlass 0,15 mm / Auslass 0,15 mm
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- Tank abbauen und die Ventildeckel frei legen.
- die 6 Schrauben lösen und die Deckel entfernen.

   Nach dem Einstellen :

- die 2 Ventildeckel mit neuen Dichtungen bestücken und
   Schrauben mit Kupferdichtringen mit 8 Nm festziehen.
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- Den Kolben auf OT stellen ( oberer Totpunkt )
- mit einem Schraubendreher die Einstellschraube fest halten und
  mit einem gekröpften Ringschlüssel SW 10 die Kontermutter lösen.

- mit Hilfe einer Fühllehre das Ventilspiel einstellen und die
  Kontermutter mit 20 Nm  fest ziehen
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Bremsflüssigkeit DOT 4 oder  DOT 5.1 ?

- DOT 4 und DOT 5.1 sind untereinander mischbar und  basieren auf Glykolether.
- DOT 5 basiert auf Silikon und darf nicht mit anderen Bremsflüssigkeiten gemischt werden. ( DOT 5 wird von Buell und Harley verwendet.

 - Bei KTM sind die Dichtungen der Bremsanlage nicht beständig gegen DOT 5.

- DOT 4: Trockensiedepunkt zwischen 200° und 260°, Viskosität üblich bei 1200mm²/s
- DOT 5.1: Trockensiedepunkt 260°, Viskosität kleiner als 900mm²/s
- Racing Fluid ( DOT 4 ) : Trockensiedepunkt zwischen 280° und 300°, Viskosität 1600mm²/s bis 1800mm²/s
 
 

- Ich benutze " SHELL ADVANCE BRAKE PLUS
- Für die KTM Spezifikation DOT 5.1
- für alle LC4 und EXC/SX Modelle. 
- Sehr hohe Temperaturbeständigkeit: Nasssiedepunkt 
- [WERP] Minimum 180° C. 
 


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